DRK-Theatergruppen sorgten wieder einmal mehr für Heiterkeit im Haus des Gastes
Mit den Stücken „Spende für Lena“ und „Die Hofzeitreise“ stellten die JRK-Gruppe sowie die Laienspielgruppe des DRK ihr Können unter Beweis.
Am Freitag, den 06.01.2012 fand traditionell die Dreikönigsfeier des DRK-Ortsvereins Bühlertal im Haus des Gastes statt. Der erste Vorsitzende des Ortsvereins, Bürgermeister Hans-Peter Braun, war erfreut über das fast voll besetzte Haus des Gastes. In seiner Begrüßung wünschte er den Anwesenden für das neue Jahr „alles Gute und die Kraft zur Bewältigung der vor ihnen liegenden Aufgaben“ An der Stelle, an der bisher die Weihnachtsansprache vorgesehen war, gedachten die Anwesenden und Vereinsmitglieder dem verstorbenen Pfarrers Richard Jäger. Dieser war fast 35 Jahre als stellvertretender Vorsitzender des Ortsvereins tätig und seine Ansprache war fester Bestandteil des Programmes der Dreikönigsfeier. Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Flötenkreis unter Leitung von Elke Braun.
Mit großer Spannung warteten die Zuschauer auf den Moment an dem sich der Vorhang zum ersten Mal öffnete und die unter Spannung stehende JRK – Theatergruppe ihr Können darbot. Mit einer Leichtigkeit und viel Spielwitz eroberten die Jugendlichen mit dem Stück „Spende für Lena“ sogleich die Aufmerksamkeit des Publikums.
Das Thema des Einakters drehte sich um Integration und Hilfe für den Mitmenschen geschrieben von Pirmin Stern, bei dem Anja Steinebrunner Regie führte, war Mitten aus dem Leben gegriffen. Ein durch einen Brand obdachlos gewordenes Mädchen wurde von den Jugendlichen zuerst nur belächelt und dann aber doch in die Gruppe integriert. Den Sinneswandel einiger obercooler und frecher Jugendlicher bis hin zur Hilfsbereitschaft und Toleranz setzten die JRK Nachwuchsspieler (bestehend aus Julian und Niklas Degler, Miriam und Annika Theurer, Moritz und Pauline Decker, Milena Kist sowie Belinda Tran-Quang) mit viel Spielfreude, gekonnt in Szene.
Nach der Pause folgte mit „Die Hofzeitreise“ ein Schwank in drei Akten, ebenfalls aus der Feder von Pirmin Stern gespielt von der Laienspielgruppe des DRK-Ortsvereins Bühlertal.
Wo anders als in Bühlertal könnte die Geschichte spielen. So war das Stück immer wieder mit Verbindungen zum örtlichen Gemeindeleben gespickt was auch das liebevoll gestaltete Bühnenbild unschwer zu erkennen gab.
Die bewährte Theatertruppe um Regisseur Bernd Degler sorgte für reichlich Gelächter. Auf einem Bauernhof treffen sehr unterschiedliche Charaktere aufeinander; der exzentrischste von ihnen ist der Heilpraktiker und Wunderheiler Oskar Knolle gespielt von Bernd Degler. Dabei wurden vor allem die schon fast zum Kult gewordenen esoterischen Zeremonien und Anwendungen gehörig auf die Schippe genommen. Pirmin Stern, der in die Rolle des treudienenden Stallburschen Peter Kurz auf dem Hof der Familie Mai (Adrian Broß, Katja Schwaer) schlüpfte, war es gelungen, für jeden eine passende Rolle auf den Leib zu schreiben. Das Ehepaar Spieß (Claudius Kohler, Antje Theurer), die ersten Feriengäste der Familie Mai, erlebten auf dem Hof romantische Liebesbeschwörungen und Wildwestabenteuer mit dem entlaufenen Stier bis dieser nach all den Turbulenzen an Depressionen litt. So wurden Klangschale zur „transzentrale Bewusstseinserweiterungen“ eingesetzt und giftige Pilze führen zu übersinnlichen Erfahrungen und zunächst zu Halluzinationen und dann zu Kopfschmerzen. Dann versucht auch noch Frau Frieda Mai die ganz in Knolles Bann, ihrem Bauernhofdasein zu entfliehen und bringt das im monotonen Ehealltag gefangene Touristenpaar Otto und Rosa Spies, welches später in bunten Kostümen nicht nur „Vom Winde verweht“ rezitiert, sondern sich auch im „Bauern-Rodeo“ versucht und vorübergehend gar die Leidenschaft wiederentdeckt in eine völlig neu Welt. Rita Meier (Anja Steinebrunner), auf der Suche nach einem seit Jahren flüchtigen Geliebten, und der von ihr beauftragte Detektiv (Lars Bohnsack) erkennen plötzlich in der Stunde der Wahrheit, dass es sich um den von Ihr gesuchten Jugendfreund handelt.
Was wäre die Geschichte ohne die Haushälterin Zita Zorn (Steff Bohnsack): Naiv, schrill und witzig, gewesen, da sie ständig Worte verdreht und etwa eine „Revolutation“ befürchtet oder „sporentief rein“ putzt. Am Ende und nach dem Genuss des Suds der Erkenntnis und der Offenbarung herrscht wieder nüchterne Realität gegenüber der nur kurz genossenen Scheinwelt.
Das Publikum dankte den Akteuren für den vergnüglichen Abend mit stürmischem Beifall.
Anschließend wurden die Lose der Tombola gezogen und verteilt und der Vorsitzende Hans-Peter Braun bedankte sich bei allen, die in irgendeiner Art und Weise zum Gelingen des Abends beigetragen haben.
Bei allen Spendern, Sponsoren und Firmen bedankte er sich ebenfalls und bat gleichzeitig, darum dem DRK-Ortsverein weiterhin die Treue zu halten und ihn weiter in gewohnter Weise zu Unterstützen.


Reise in esoterische Sphären
DRK-Laiendarsteller sorgen bei Dreikönigsfeier des DRK-Ortsverbandes Bühlertal für viel Heiterkeit
Bühlertal (kkö). Die Dreikönigsfeier des DRK-Ortsverbandes Bühlertal erwies sich auch in diesem Jahr als Publikumsmagnet: Ein voll besetztes Haus des Gastes sprach für die große Beliebtheit der Veranstaltung, deren Schwerpunkt traditionsgemäß auf der Theateraufführung der Laienspielgruppe liegt. Der erste Vorsitzende des Ortsverbandes, Bürgermeister Hans-Peter Braun, wünschte den Anwesenden in seiner Begrüßung für das neue Jahr „friedvolle Momente, die Kraft und Mut geben“ und gedachte des verstorbenen Pfarrers Richard Jäger. Dieser hatte viele Jahre lang als stellvertretender Vorsitzender des Ortsverbandes fungiert. Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Flötenkreis unter Leitung von Elke Braun. Mit großer Spannung erwartet wurden vor und hinter der Bühne die Theaterstücke, zum sechsten Jahr in der Folge aus der Feder von DRK-Mitglied Pirmin Stern: Diese sollten sich erneut als Feuerwerk aus Witz, Leichtigkeit und Charme erweisen. Den ersten Ausflug in die Bühnenwelt bot „Spende für Lena“, ein Einakter der DRK-Jugend rund um ein durch einen Brand obdachlos gewordenes Mädchen. Den Wandel einiger betont cooler und frecher Jugendlicher hin zu Hilfsbereitschaft und Toleranz wusste die junge Truppe (bestehend aus Julian und Niklas Degler, Miriam und Annika Theuerer, Moritz und Pauline Decker, Milena Kist sowie Belinda Tran-Quang) mit viel Spielfreude darzubieten. Regie führte Anja Steinebrunner. Nach der Pause folgte mit der „Hofzeitreise“ ein Schwank in drei Akten, der nicht nur mit findigen Wortspielereien aufwartete: Handlungsort der spritzigen Geschichte ist, natürlich, Bühlertal – über das liebevoll gestaltete Bühnenbild unschwer zu erkennen. Auf einem Bauernhof treffen sehr konträre Charaktere aufeinander; der exzentrischste von ihnen ist der Heilpraktiker und Wunderheiler Oskar Knolle. Anhand dieser Figur (unwiderstehlich komisch: Bernd Degler, der auch Regie führte) wird gleich zu Beginn die Kernthematik aufgegriffen - die Esoterik. Wie ein roter Faden zieht sich das schwärmerische Gerede über Selbstfindung, spirituelle Zeitreisen und göttliche Nähe durch die drei Akte, und man ahnt, mit wie viel Spaß Stern hier am Werk war: So verheißt die Klangschale „transzentrale Bewusstseinserweiterungen“, giftige Pilze führen zu übersinnlichen Erfahrungen und Zaubertränke zunächst zu Halluzinationen – und dann zu Kopfschmerzen. Doch der Schwank erschöpft sich nicht im Karikieren gewinnorientierter „Mystik“. Zu handfest und polternd etwa Bauer Mai (Adrian Broß) oder dessen Angestellter Peter Kurz – eine Rolle, die Autor Stern sich wohl auf den Leib schrieb und in der er mit großem Mundwerk (und deutlich mehr „Bauernschläue“ als sein Chef) brilliert. Dann wären da noch Mai‘s Frau Frieda (Katja Schwaer), die – ganz in Knolles Bann – ihrem Bauernhofdasein zu entfliehen sucht; das im monotonen Ehealltag gefangene Touristenpaar Otto und Rosa Spies (Claudius Kohler und Antje Theuerer), das später pathetisch und bunt kostümiert nicht nur „Vom Winde verweht“ rezitiert, sondern sich auch im „Bauern-Rodeo“ versucht und vorübergehend gar die Leidenschaft wiederentdeckt; sowie Rita Meier (Anja Steinebrunner), auf der Suche nach einem seit Jahren flüchtigen Geliebten, und der von ihr beauftragte Detektiv (Lars Bohnsack). Ein wichtiges Gegengewicht zu Knolle bildet Haushälterin Zita Zorn (Steff Bohnsack): Naiv, schrill und unfreiwillig witzig, da sie ständig Worte verdreht und etwa eine „Revolutation“ befürchtet oder „sporentief rein“ wäscht. Am Ende die Überraschung: Statt „Happy End“ wiederholt sich die genervte Ehe-Szene, die auch den Einstieg ins Stück bildete; die schillernde Vision der „Hofzeitreise“ in glücklichere Sphären, der Traum von Harmonie und Sinnhaftigkeit - soeben noch vermeintlich greifbar - ist aus. Nüchterne Realität gegenüber Trug und Schein. Ein Schluss, der der dominierenden (sympathischen) Albernheit tatsächlich einen Hauch kritischen Zeitgeistes verleiht. Das Publikum dankte den vergnüglichen Abend mit stürmischem Beifall: Auf ein Neues im Jahr 2013.
Quelle: Katrin König, erschienen in ABB
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