Text und Bilder Peter Heinath
Es ging hoch her in der Komödie „Wilde Zeiten“, welche die Laienspielgruppe des DRK Bühlertal anlässlich ihrer Dreikönigsfeier im vollbesetzten Haus des Gastes in Bühlertal den Gästen präsentierte.
„Traditionell ist dieses kulturelle Ereignis gleich zum Jahresanfang ein Publikumsmagnet und fand 2026 zum mittlerweile 18. Mal statt. Geschrieben und gespielt wurde das Stück von Mitgliedern des Ortsvereins Bühlertal, auch das Bühnenbild hatten Helfer wieder einmal in Eigenregie gebaut“, erläuterte Autor Pirmin Stern im Gespräch vor der Aufführung.
Erdacht hatte die muntere Burleske DRK Urgestein Stern und seine Stücke wurden auch schon in Österreich und der Schweiz aufgeführt. Jedes Jahr kreiert er zwei Stücke – eines für die Theatergruppe der Jugendrotkreuz Kinder und eines für die Laienspielgruppe. Regie führte beim Theaterstück des Jugendrotkreuzes Pirmin Stern selbst und bei den „Großen“ Bernd Degler.
Hans Peter Braun, ehemaliger Bürgermeister (CDU) und Vorsitzender des DRK Bühlertal moderierte den Abend und die Tombola. Zur Einstimmung sang Melissa Ludwig mit präsenter und überzeugender Stimme„Shallow“ von Lady Gaga und Bradley Cooper, nach der Begrüßung sang sie überzeugend „Feuerwerk“ von Wincent Weiss. Die Rotkreuzkinder Milan Stern, Maila Stern,Anton Forcher, Luise Kraus, Jolene Katzer , Kate Grebel und Mia Schell stellten das Thema „Zeit“dar, mittels Bildern , Gedichten und Aphorismen und regten zum Nachdenken an. Souffleurin und Bühnenbildgestaltung hatte Antje Theurer inne, für die Maske war Alisha Dunsmore verantwortlich.
In diesem Jahr feiert die Talgemeinde ihr 725 jähriges Jubiläum das auf die erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1301 zurückgeht. Der offizielle Start des Jubiläumsjahres wird durch den Neujahrsempfang der Gemeinde am 11. Januar 2026 eingeläutet. Wurde aber die Planung der Festivitäten zum Jubiläum nicht schon in Stern`s Theaterstück „Wilde Zeiten“ vorgezogen? Ist alles schon geplant? Wurde die Verwaltung im Rathaus übergangen? Die Vereine über den Tisch gezogen? Die Lage ist sehr komplex. Fragen über Fragen.
Die Story: 2026 hat Bühlertal eine Bürgermeisterin. Jeder und jede die meint in der Gemeinde das Sagen zu haben, gibt seinen Senf dazu und ob in der Touristinfo, deren Weinverkauf, oder in der Geiserschmiede treffen die unterschiedlichsten Interessen und Charakteren und Ideen aufeinander. Alle haben ihe eigene Vorstellung vom Jubiläum und möchten diese auch durchsetzen. Thea (Katharina Buchholz Kühn) kämpft an allen Fronten, steht aber immer auf verlorenem Posten. Selma (Hildegard Weber) schwelgt in Nostalgie und abwegigen Ideen. Lena (Pauline Decker) möchte das Fest für ihr eigenes Renommee nutzen um endlich mit Uta (Miriam Theurer) auf einer Stufe zu stehen. Heinz (Claudius Kohler) nutzt seine Tatkraft um seiner Trude zu entkommen und scheut sich nicht zu Dynamit zu greifen. Adam (Niklas Degler) stellt wirtschaftliche Interessen in den Mittelpunkt. Mats (Marco Kohler) sieht die Narren und ihre lange Tradition, an erster Stelle und macht sich zum selbigen um Lena zu gefallen. Bastian (Wolfgang Forcher) macht Entdeckungen in den Büchern, die nicht nur das Jubiläum, sondern auch die Identität der Gemeinde gefährden könnten. Emma (Luna Rösch) ist einem historischen Mordfall auf die Schliche gekommen, die Beweislage wird aber immer diffuser und komplexer. Leo (Marius Egner) ist der Mann der Umsetzung, fühlt sich aber mehr für Emma zuständig. Uta soll dies alles ordnen, ist aber der Spielball zwischen den Interessen.
Ein etwas „verrücktes Spiel“ welches, Spieler und Zuschauer forderte, aber mit viel Wort und Spielakrobatik den Humor und Lust am Theaterstück fördert, was immer wieder zu Szenenapplaus führte. Viel Lokalkolorit und eben soviel Realsatire brachte das Stück ans Tageslicht. Das Stück kurios, spleenig, schlichtweg vergnüglich, wie die Akteure versuchten neue Ideen im Dorf eigennützig zu verwirklichen. Dies war eine „lachpausenarme“ Komödie in der komplexe zwischenmenschlichen Beziehungen parodiert wurden, eine Inszenierung voller Witz und Ideenvielfalt und Heinz der Urbühlertäler brachte es auf den Punkt: „Mit „Kawumm“ ins Jubiläumsjahr“.