Prüfen – Rufen – Drücken

DRK-Ortsverein Bühlertal veranstaltet Aktionsabend zur „Woche der Wiederbelebung“

Im Rahmen der landesweiten „Woche der Wiederbelebung“ vom 21. bis 27. September 2026 veranstaltete der DRK-Ortsverein Bühlertal einen Informations- und Übungsabend für die Bevölkerung. Mehr als 50 Bürgerinnen und Bürger waren am Donnerstagabend ins Haus des Gastes gekommen, um sich darüber zu informieren, wie sie im Notfall bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand richtig handeln können. 

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Vorsitzenden des DRK-Ortsvereins Bühlertal, Hans-Peter Braun, startete der Abend mit einem wichtigen Grundsatz: Prüfen – Rufen – Drücken. Denn je mehr Menschen in der Lage sind, im Notfall sofort Erste Hilfe zu leisten, desto größer sind die Chancen, einen Herzstillstand zu überleben. 

Wie wichtig die schnelle Hilfe durch Laien ist, zeigen die aktuellen Zahlen. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland rund 130.000 Herz-Kreislauf-Stillstände außerhalb von Kliniken registriert. Die Laienreanimationsquote lag dabei bei 55,4 Prozent. Besonders entscheidend sind die ersten Minuten nach einem Herzstillstand. Bleibt eine sofortige Herzdruckmassage aus, sinken die Überlebenschancen mit jeder Minute.

Dass hier noch Potenzial besteht, zeigt der Blick in die nordischen Länder. 

In Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden liegt die Laienreanimationsquote bei über 80 Prozent. Dort wird die Erste Hilfe bereits früh vermittelt und die Reanimation unter anderem als Bestandteil des Unterrichts in den Schulen gelehrt. 

Im ersten theoretischen Teil vermittelte Michaela Berauer anschaulich und verständlich wichtige Grundlagen und Hintergrundinformationen zur Wiederbelebung. Anschließend informierte Heike Hochstuhl über die Funktion und richtige Handhabung eines AED (Automatisierter Externer Defibrillator).

Dabei wurde auch die Frage beantwortet, wo in Bühlertal AED-Geräte zu finden sind. Insgesamt stehen im Gemeindegebiet zwölf Geräte zur Verfügung. Drei davon sind rund um die Uhr öffentlich zugänglich: Am Alten Schulhaus, Sessgasse 2, am Feuerwehrgerätehaus, Hauptstraße 84a u. an der Bushaltestelle Schindelpeter an der Hauptstraße. Weitere AED-Geräte befinden sich unter anderem in der Mittelberghalle, im Bühlotbad, im Haus des Gastes und in Schulen. Diese Geräte sind entsprechend der jeweiligen Öffnungszeiten zugänglich. 

Eine zusätzliche Unterstützung bietet das System der Organisation „Region der Lebensretter“. Über dieses Hintergrundsystem können registrierte ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in unmittelbarer Nähe eines Notfalls gezielt alarmiert werden. Sie können dadurch schnellstmöglich zum Einsatzort kommen und gegebenenfalls einen AED mitbringen. Nach den vorgestellten Zahlen treffen die ersten ehrenamtlichen Lebensretter durchschnittlich bereits nach 3 Minuten und 4 Sekunden ein, während der Rettungsdienst in der Regel eine Anfahrtszeit von acht bis zehn Minuten benötigt. Dadurch kann die Wiederbelebung bereits vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes begonnen beziehungsweise unterstützt werden. Inzwischen sind in der Organisation „Region der Lebensretter“ mehr als 56.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer registriert.

Nach der Theorie folgte schließlich der praktische Teil des Abends. Unter Anleitung von Sina Schultheis, Andreas Groß und Bernd Degler konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an verschiedenen Stationen selbst Hand anlegen und die notwendigen Maßnahmen üben. An einer Station stand ausschließlich die Herzdruckmassage im Mittelpunkt. Dabei wurde vermittelt, wie wichtig es ist, bei einem Kreislaufstillstand sofort mit der Herzdruckmassage zu beginnen und diese möglichst ohne Unterbrechung fortzuführen. An weiteren Stationen wurde der Umgang mit dem AED praktisch geübt. Die Teilnehmer konnten sich mit der Bedienung des Gerätes vertraut machen und erleben, wie der AED die Helferinnen und Helfer Schritt für Schritt durch den Einsatz führt. Wer noch ausreichend Kraft hatte, konnte schließlich den vollständigen Ablauf einer Reanimation trainieren: 30 Herzdruckmassagen, zwei Beatmungen und gleichzeitig die Organisation weiterer Hilfe. Ein dritter Helfer übernahm dabei das Holen des AED, brachte das Gerät zum Einsatzort, klebte die Elektroden auf und folgte anschließend den Anweisungen des Gerätes. 

Das Fazit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer fiel am Ende des Abends eindeutig aus: Nur durch praktisches Üben entsteht die notwendige Sicherheit, um im Ernstfall beherzt und richtig handeln zu können. 

Mit dem Aktionsabend leistete der DRK-Ortsverein Bühlertal damit einen wichtigen Beitrag zur „Woche der Wiederbelebung“ und zeigte eindrucksvoll, dass jeder Mensch zum Lebensretter werden kann – wenn er weiß, was zu tun ist und den Mut hat, zu handeln. Es gilt: Prüfen – Rufen – Drücken.