Bühlertal – Im Rahmen einer kleinen offiziellen Feier hat der DRK-Ortsverein Bühlertal gemeinsam mit zahlreichen Unterstützern ein zweites öffentlich zugängliches AED-Gerät (Automatischer Externer Defibrillator) seiner Bestimmung übergeben. Möglich wurde die Anschaffung durch die Aktion „Tal der 1000 Lichter“ sowie durch weitere finanzielle Unterstützung und ein breites bürgerschaftliches Engagement.
Der DRK-Vorsitzende Hans-Peter Braun begrüßte zur Übergabe die anwesenden Spender Erich Bäuerle, Stefan Ursprung vom Längenberger Adventskalender, Isolde Seiler und Timo Mangold von der Spar u.- Kreditbank Bühlertal sowie Bürgermeister Urs Kramer.
In seiner Begrüßung unterstrich er die Bedeutung eines solchen Geräts: Ein plötzlicher Herzstillstand könne jeden treffen, weshalb es entscheidend sei, schnell Hilfe leisten zu können. „Wir freuen uns, der Bühlertäler Bevölkerung heute ein zweites öffentlich zugängliches AED-Gerät zur Verfügung stellen zu können“, so Hans-Peter Braun.
Nach einer rund einjährigen Planungs-, Beantragungs- und Ausführungsphase konnte das Gerät vor wenigen Tagen an der Bushaltestelle Schindelpeter installiert werden und steht nun rund um die Uhr zur Verfügung. Die Gemeinde übernahm dabei die Kosten für den Stromanschluss, während der DRK-Ortsverein den Zählerübergabeschrank durch ein Elektrofachunternehmen installieren ließ.
Die Finanzierung des Projekts wurde größtenteils durch Spenden getragen. Insgesamt kamen 7.210 Euro zusammen, sodass der DRK-Ortsverein lediglich rund 2.000 Euro aus eigenen Mitteln beisteuern musste. Der Vorsitzende bedankte sich ausdrücklich bei allen Unterstützern und betonte, dass diese damit Teil von „Lebensrettern“ seien.
Ein Großteil der Spendensumme wurde durch lokale Aktionen generiert: Erich Bäuerle engagiert sich im Rahmen des Sternenweges mit Glühweinverkauf und Musikveranstaltungen in der Scheune, Rolf Krög gestalte und verkauft am Sternenweg Holzsägearbeiten sowie Dekorationsobjekte aus Fässern, der MGV Sängerbund bewirtet das Weihnachtsliedersingen in der Garage, dazu kamen Spenden aus der Aktion „Längenberger Adventskalender“. Weiter Geldspenden kamen unter anderem von der Spar- u. Kreditbank Bühlertal und von der Syna GmbH dem Stromversorger der Gemeinde.
Auch Bürgermeister Urs Kramer, welcher zugleich aktives Mitglied des DRK Bühlertal und Leiter der Helfer-vor-Ort-Gruppe ist, dankte im Namen der Gemeinde für die Unterstützung zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger. Er betonte, dass dieses Projekt eindrucksvoll zeige, wie gut Zusammenarbeit und ehrenamtliches Engagement in Bühlertal funktionieren.
Das neue Gerät sei strategisch sinnvoll platziert und könne sowohl von den Helfer-vor-Ort-Mitgliedern als auch von registrierten Ersthelfern eingesetzt werden.
Der stellvertretende Vorsitzende Bernd Degler erläuterte die Funktionsweise des AED sowie das dahinterstehende Alarmierungssystem. Im Notfall werden registrierte Ersthelfer zeitgleich mit dem Rettungsdienst alarmiert und erhalten den Hinweis auf den nächstgelegenen AED. Über ein Hintergrundsystem können Helfer in unmittelbarer Nähe gezielt angesprochen werden, um das Gerät schnellstmöglich zum Einsatzort zu bringen. Nachweislich treffen die ersten ehrenamtlichen Lebensretter bereits nach durchschnittlich 3:08 Minuten ein, während der Rettungsdienst in der Regel eine Anfahrtszeit von acht bis zehn Minuten hat. So kann die Reanimation frühzeitig beginnen und die Überlebenschancen deutlich erhöht werden.
In der Organisation „Region der Lebensretter“ sind bereits über 50.242 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im System registriert. Mehr als 14.600 AED-Geräte wurden installiert, davon sind über 7.500 rund um die Uhr verfügbar.
Ein AED wird bei akuten Herz-Kreislauf-Stillständen eingesetzt. Je früher ein Defibrillator zum Einsatz kommt, desto größer sind die Überlebenschancen. Grundsätzlich darf jede Bürgerin und jeder Bürger das Gerät im Notfall holen, zum Einsatzort bringen und anwenden. „Sind wir froh, wenn wir das Gerät nicht brauchen – doch, wenn wir es brauchen, ist es da. Denn jedes Leben zählt“, betonte der DRK-Vorsitzende.
Der plötzliche Herztod zählt zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Jährlich erleiden über 70.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Wird in den ersten Minuten mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen, bestehen die größten Überlebenschancen.
Die Vertreter der Spar- und Kreditbank Bühlertal Isolde Seiler, sowie der neue Vorstand Timo Mangold zeigten sich erfreut über die erfolgreiche Umsetzung und signalisierten ihre Bereitschaft, auch künftig vergleichbare Projekte zu unterstützen.
Ein besonderer Dank ging sowohl vom DRK-Vorsitzenden Hans-Peter Braun als auch von Bürgermeister Urs Kramer an den stellvertretenden Vorsitzenden Bernd Degler. Durch seine intensive Abstimmung mit den Unterstützern sowie seinen Einsatz als Organisator und Bauleiter konnte das Projekt erfolgreich realisiert werden.
Abschließend gab Hans-Peter Braun einen Ausblick auf ein weiteres Vorhaben: Bereits jetzt steht der DRK-Ortsverein in Kontakt mit einem Bühlertäler Bürger, der die Finanzierung eines dritten öffentlich zugänglichen AED-Geräts vollständig übernehmen möchte. Derzeit wird ein geeigneter Standort geprüft, um die Notfallversorgung in Bühlertal weiter auszubauen.